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| XI. Tafel des Gilgamensch-Epos mit der Flut-Geschichte im Britischen Museum in London (Bild: Lars A. Fischinger) |
Das Forschungsvorhaben und die Kooperation mit Wissenschaftlern aus dem Irak wird von der Gerda Henkel Stiftung unterstützt. Tontafeln mit bislang unbekannten Passagen des Gilgamesch-Epos gehören zu dem höchst bemerkenswerten Fund altorientalischer Keilschrifttexte aus dem 7. Jahrhundert vor Christus, die derzeit an der Universität Heidelberg entziffert werden. Sie sollen in einer arabisch-deutschen Edition zugänglich gemacht werden. Gefördert wird die Publikation der Fundstücke, die aus den Ruinen der assyrischen Königsresidenz Assur im heutigen Irak stammen, durch die Gerda Henkel Stiftung. Mit dem dreijährigen Forschungsvorhaben unter Leitung des Heidelberger Assyriologen Prof. Dr. Stefan M. Maul soll auch die Kooperation von irakischen und deutschen Wissenschaftlern wiederbelebt sowie die Altorientalistik in der dortigen Region gefördert werden.
Pressemitteilung der Uni Heidelberg
(16. Januar 2013 - Nr. /2013).
Bei Ausgrabungen der "Deutschen Orient-Gesellschaft" in der ehemaligen Königsresidenz Assur wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts rund 11.000 Tontafeln und Tontafelfragmente aus mittel- und neuassyrischer Zeit (circa 1600 bis 612 vor Christus) gefunden. Sie enthalten Texte ganz unterschiedlichen Inhalts in sumerischer, assyrischer und babylonischer Sprache. "Den kulturgeschichtlich wohl bedeutsamsten Fund", so Prof. Maul, "barg ein Privathaus, das als ,Haus des Beschwörungspriesters‘ bekannt geworden ist und die Reste einer Gelehrtenbibliothek enthielt. Der irakische Antikendienst konnte dort nach 70-jähriger Unterbrechung der Grabungen von 1979 an noch einmal 150 Tafeln sicherstellen. Darunter befinden sich mehrere Tafeln mit bisher unbekannten Passagen des Gilgamesch-Epos, das zu den ältesten Werken der Weltliteratur zählt."
